LAB Red, Casa Santos Lima, Portugal, Rossmann Wein im Kurz-Check

Wie die regelmäßigen Leser des Weingeniesser-Blog ja bereits wissen, gehöre ich nicht zu den eingefleischten Weinliebhabern, die fortwährend betonen: „Wein kaufen – das geht nur im Fachhandel.“

Ich bin da bekanntermaßen völlig offen. Wein kaufen macht mir immer Spaß, sei es im Fachhandel – stationär wie im Internet, beim Winzer, im Supermarkt und manchmal sogar beim Discounter. Letzteres mache ich natürlich immer im Bewusstsein, dass man hier auch mal richtig daneben greift. Kein echtes Problem für mich, ich bin ja Wein-Jäger, da schießt man halt auch mal daneben.

Jetzt habe ich sogar noch einen draufgelegt. Ich war bei der Drogeriekette Rossmann Wein kaufen. Das ist sogar für einen hart gesottenen Überall-Weinkäufer wie mich ein Experiment und kostet auch mich leichte Überwindung.

Wie konnte das passieren? Ich schlendere so durch den Drogeriemarkt, hat die benötigten Drogeriewaren bereits im Körbchen und dann – kurz vor der Kasse, verkaufspsychologisch sehr geschickt platziert – ein Weinregal…

Der klassische Schlüsselreiz für meine Jagdleidenschaft…

Mein Gedanke: „Bei Rossmann Wein kaufen, nein der Versuchung werde nicht einmal ich erliegen – sicher nicht.“

Am nächsten Abend stand die Testflasche Rossmann Wein vor mir auf dem Tisch. Es ist ein Wein namens „LAB“, das steht für Labrador. Richtig, die Hunde-Rasse. Die Silhouette eines solchen prangt auch auf dem Etikett. 

Um Sie jetzt dann nicht weiter auf die Folter zu spannen, komme ich gleich zur Sache: Diese Cuvée aus den vier verschiedenen portugiesischen Rebsorten Castelao, Camarate, Touriga Nacional und Tinta Miuda ist eine Wucht.
Genau diese aus meiner Sicht spannende Cuvée war es auch, die meinen Vorsatz, bei Rossmann keinen Wein zu kaufen, über Bord geworfen hat.

Zwei Eigenschaften finde ich zur Beschreibung erwähnenswert. Zum einen ist es die ausgeprägte Frucht mit ausladendem Kirscharoma und zum anderen diese überaus schmackhafte, süßliche Würze, die dieser Rossmann Wein gleichermaßen besitzt. Dazu trägt neben den vier verschiedenen Rebsorten auch der viermonatige Ausbau in Eichenfässern bei.
Hier haben die Macher vom Weingut Casa Santos Lima mit sehr viel Sorgfalt einen in Anbetracht seines Preise tollen Wein geschaffen.
Klar, das ist kein Spitzenwein. Geht ja auch nicht für einen Preis von 3,99 Euro. Wer aber eine solche Charakteristik mag, die ich beschrieben habe, der wird viel Spaß mit diesem Rossmann Wein haben.

Es ist ja bekannt, dass man in Portugal noch echte Weinperlen für kleines Geld finden kann. Dass wir so etwas dann im Drogeriemarkt um die Ecke kaufen können, hätte ich allerdings nicht für möglich gehalten.

Das zeigt mal wieder: Man lernt nie aus und sollte sich immer mal wieder abseits der ausgetretenen Pfade bewegen – auch beim Wein kaufen.

Meine Bewertung des Preis-/Genussverhältnisses:

4,5 von 5 Sternen für Merlot 2005 von Spier
  (4,5 von 5 Weingeniesser-Sternen)

 

 Die Eckdaten des „LAB“ von Casa Santos Lima in Portugal

"LAB", Portugal - Rossmann Wein
  Herkunft:  Portugal, Lissabon
 
  Rebsorten:  Castelao, Camarate, Touriga Nacional
  und Tinta Miuda

 
  Jahrgang:  2010
 
  Alkoholgehalt: 13 %
 
  Trinktemperatur: 16° bis 18°  C

  Passt zu: Gegrilltem Fleisch, Braten, Tapas und Käse

  Bezugsquelle: Rossmann (www.rossmannversand.de)

  Preis: 3,99 Euro
 

 

 

 

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11 Antworten auf LAB Red, Casa Santos Lima, Portugal, Rossmann Wein im Kurz-Check

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  • Luise Reintjes sagt:

    Hallo Michael,
    auf deine Empfehlung hin habe ich den Wein probiert und kann den guten Geschmack nur bestätigen. Einsteiger wie ich sind froh um jeden guten Hinweis , auch abseits der üblichen Pfade. Freue mich schon auf die nächste gute Empfehlung. Danke!!
    Liebe Grüße
    Luise

  • M. Seelbach sagt:

    Hallo Luise,
    schön, dass ich mit der Weinempfehlung Deinen Geschmack getroffen habe.
    Ich werde mir weiterhin viel Mühe geben, solche kleinen „Weinperlen“ zu entdecken und hier zu präsentieren.
    Schönen Gruß
    Michael

  • Hildeski sagt:

    Hallo,

    ich hab mir den Wein etwa unter gleichen Umständen gekauft, das gleiche bei der Probe gedacht und geschmeckt und mal gegoogelt. Ich bin auch überrascht, was für ein guter Wein da für 3,99€ im Regal steht. Ich hoffe Rossmann behält den im Sortiment. Soweit ich informiert bin wechseln die sehr viel.

    • M. Seelbach sagt:

      Danke für Deinen Kommentar Hildeski,

      zumindest ist der „LAB“ nun schon ein halbes Jahr bei Rossmann im Regal. Das läßt auf ein längerfristiges Angebot hoffen…

  • Thomas Stern sagt:

    Ich kann Deine grundsätzlichen Vorbehalte gegen Rossmann als Weinhändler nicht so ganz verstehen. Klar haben sie nur relativ niederpreisige Weine, aber in diesem Segment sind sie nach meiner Erfahrung gut. Wer einen Wein für weniger oder wenig mehr als 5 EUR kaufen will, ist bei Rossmann meiner Meinung nach ziemlich gut aufgehoben. Ich habe schon einen angenehmen Spanier und einen sehr anständigen deutschen Spätburgunder dort gekauft, beide für um die 5 EUR. Man merkt, dass die Weine ausgesucht wurden. Im Vergleich zu anderen Discountern jedenfalls für mich eine klare Empfehlung. Wobei ich den Labrador bisher nicht probiert habe. Den fand ich dann doch zu dubios. Aber danke für den Tipp !

    • M. Seelbach sagt:

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Na ja, meine Vorbehalte gegenüber Rossmann als Weinhändler habe ich ja mit der Bewertung des „LAB“ gründlich revidiert – wie ich finde…

      Aber egal. Schreib doch bitte erneut einen Kommentar, wenn Du den „LAB“ probiert hast. Deine Meinung würde mich (und natürlich die anderen Leser) sehr interessieren.

      Schönen Gruß – Michael

  • Georg sagt:

    Hallo,

    auch ich hole meine Weine im Fachhandel oder beim Winzer selber, oder manchmal halt bei Rossmann.
    Ich finde, hier ist ein guter Weinkäufer tätig, der für kleines Geld gute, trinkbare Tropfen findet, die nicht als Markenmassenware wie im Supermarkt zu haben sind. Auch der Grenache Wein vom Monte Ventoux „Les Capselles“ ist für 4,5 € bemerkenswert. Für bessere Weine muss man ab 8€ aufwärts bezahlen.
    Für eine Flasche zwischendurch macht man bestimmt keinen Fehler.

    Den Blog werde ich mir abonnieren.

    Österliche Grüße
    Georg

  • ines sagt:

    hallo, muss auch mal meine kommentar abgeben, was eigendlich nicht meine stärke in dem sinne ist. ich selbst habe den wein schon mehrfach verschenkt. und wisst ihr warum, wegen der flasche, dem etikett. habe mehrere freunde, welche golden retriever und labraodorliebhaber bzw. besitzer sind, wie ich selbst von beiden rassen. daher fand ich das äußere passend ohne den inhalt zu kennen. habe auch schon mehrfach sehr positive rückmeldungen bekommen und da ich gerade selbst bei einer flasche zugegen bin und diese ganz nebenbei alleine 🙂 geleert habe, muss ich den guten geschmack bestätigen. vor allem das kirscharoma und das „süffige“ und das muss was heißen bei mir. Fazit: nicht nur auf das Äußer kommt es an, sonderen auf den Inhalt! 🙂 schöne grüße von ines

  • Fridolin sagt:

    Ich bin ein Überallkäufer, kaufe bei Aldi und Lidl aber nie aus dem Sortiment sondern nur wenn es befristete Aktionen gibt. Und da stoße ich immer wieder auf positive Überraschungen.
    Nun zum LAB. Mich überzeugt er nicht. Schmeckt nach veralteter Kellertechnik. Er ist vollmundig aber ohne eine klare Linie. Und da gibt es bei meinem Weinhändler zu dem Preis wesentlich bessere Weine (Geschmacksache). Ich habe mir noch den Stork´s Tower gekauft der im Angebot zu 2,99 € OK ist. Für 3,79 € bekomme ich bei meinem Weinhändler bessere. Letztendlich kommt es auf den Geschmack an, auf die Position wo man selbst als Weinkenner steht und ob man Freude daran hat auch mal daneben zu schießen. Passiert mir bei meinem Weinhändler nicht, da kann ich Weine bis 15 € die Flasche vor Ort probieren. Das ist bei dem Preissegment schon ein Vorteil. Ich habe bei den Hochpreissegmenten in den Discounter noch nie eine positive Überraschung erlebt, immer im Gegenteil und werde beim Discounter nie mehr Hochpreisige Weine kaufen.
    Aber wem es schmeckt, ich bin nicht der Papst.

  • Wolfgang Heise sagt:

    Hallo Herr Seelbach,
    ich teile Ihre Meinung – der LAB Red ist seit 2 Jahren in meinem Weinkeller zu finden. Die aktuelle Abfüllung ziert eine „Haube“ mit Bewertungen der Berliner Wein-Trophy 2012 u. 2014, von Mundus Vini 2014 (jeweils Goldmedaille) und Wine Spectator (86 PTS für 2011er, 88 PTS für 2012 und für 2 Jahre unter den TOP 30 Weinen für max. 10 Dollar) und das alles für einen Wein, den es bei Rossmann 3-4x/Jahr für 3,29 € im Angebot gibt. Nimmt man dann noch den „10% AUF ALLES-GUTSCHEIN“ dazu, bezahlen wir nicht mehr als 2,96 €.
    Ich habe Wein bei allen bekannten Discountern und Supermärkten gekauft und muss sagen, dass Rossmann das qualitativ hochwertigste und ausgeglichenste Angebot hat. Noch nie trank ich eine sogenannte „Niete“ und ich habe bisher über 20 (nur Rotweine) mehrmals verkostet.
    Vielen Dank für Ihre gute und informative Seite. Gerne schicke ich Ihnen meine Bewertungsnotizen der Rossmann-Rotweine zu (Word-Datei).
    Viele Grüße, Wolfgang

  • Ernst sagt:

    Hallo M., ich bin kein Weinkenner, achte aber beim Einkauf auf schon etwas auf Qualität und Geschmack. Auf einer Portugalreise bin ich erstmals auf portugiesischen Wein aufmerksam geworden, und zwar ganz im positiven Sinne. So Griff ich neugierig zu, als ich bei Rossmann – ganz ähnliche Situation wie von Dir beschrieben – beim warten an der Kasse diesen Wein entdeckte. Er schmeckte mir so gut, dass ich im Internet mehr erfahren wollte und dabei auf deinen Blog stieß. Beim Etikett scheiden sich wahrscheinlich die Geister, aber ich versuche immer, mich davon nicht zu sehr blenden zu lassen. Wenn zu dick aufgetragen wird bin ich eher skeptisch, z.b. habe ich von den spanischen Reservas im Goldnetz bisher die Finger gelassen. Vielleicht testest Du ja mal soeinen.

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