Glen Carlou Syrah, Südafrika im Kurz-Check

Wie sagt man so schön: „Nach dem Fest ist vor dem Fest…“
Quasi als vinophile Nachbetrachtung der vergangenen Festtage (Mann oh Mann, red‘ ich heute wieder geschwollen) möchte ich heute kurz über einen echten Festtags-Wein sprechen, den „Glen Carlou Syrah“ aus Südafrika.

Eigentlich ist die Bezeichnung nicht ganz korrekt, weil diesem Wein – wenn auch zu einem kleinen Anteil von fünf Prozent  – zwei weitere Trauben zur Abrundung des Geschmacks beigemixt worden sind, und zwar Mourvèdre und Viognier. Der Macher dieses Spitzenweins, Walter Finlayson, möge mir diesen Ausdruck verzeihen.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Vater dieses Syrah. Walter Finlayson ist in Südafrikas Weinszene hoch dekoriert.
Er wurde bereits zwei Mal mit der Auszeichnung „South African Winemaker of the Year“ für sein Werk belohnt.
Mit diesem 2004er Glen Carlou Syrah schoss er aber den Vogel endgültig ab.

Für Südafrikas Weinführer Nummer eins: John Platter, also das Pendant zu Robert Parker in den USA, werden jedes Jahr 5.000 Weine verkostet. Die begehrteste Trophäe, Sie können es sich fast denken, ist die des „Wein des Jahres“.
In 2006 war dies der „Glen Carlou Syrah“. Den hatte ich vor ein paar Tagen im Glas…

Genug der Vorrede, Sie wollen wissen, wie der schmeckt.
Nun, dazu muss ich vorweg schicken, dass ich mich hiermit als ausgemachter Syrah- bzw. Shiraz-Fan oute. Insofern bin ich natürlich befangen, was die Objektivität der Beurteilung anbelangt.
Das sind übrigens alle großen Weinkritiker auch, denn jeder Weintrinker hat ja sein persönliches Lieblings-Geschmacksmuster. Der Unterschied zu mir? Ganz einfach: Die sprechen nicht darüber.

Dieser Glen Carlou Syrah ist auf jeden Fall eine Shiraz-Perle, die es zu entdecken gilt. Während Kritiker manches Mal bei einem Shiraz die Frucht als zu „marmeladig“ bemängeln, besteht die Gefahr hier nicht. Mir ist dieser Wein als sehr fruchtig, aber sauber strukturiert aufgefallen. Wenig Frucht-Mischmasch, sondern viel satte Brombeerfrucht.

Sie werden sich in Anbetracht der Beschreibung vielleicht wundern, warum ich diesem Syrah „nur“ 4,5 von 5 Weingeniesser-Sternen gebe. Wo geht diese halbe Stern verloren?
Das ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Mir fehlte so der letzte große Bumms. Der Wein ist vielleicht eine Spur zu glatt für seinen Preis und da ich ja immer den Weinwert im Vergleich zu seinem Preis betrachte, gibt es einen halben Stern Abzug.
Aber das sind Nuancen der persönlichen Bewertung. Vielleicht bekommt er bei Ihnen glatte 5 Sterne. Probieren Sie ihn und lassen Sie mich gerne an Ihrer Beurteilung teilhaben.

Hier noch eine kleine Anmerkung. Was man aber angesichts des nicht ganz billigen Preises nicht vergessen darf: Dieser Wein hat sich im besagten Jahr gegen den kompletten Rest der südafrikanischen Weinwelt durchgesetzt. Dort waren viele Weine am Start, die Zig Euro mehr kosten. Insofern können wir bei diesem Glen Carlou Syrah in Anbetracht seines Gegenwertes getrost von einem Schnäppchen sprechen.
Ganz nebenbei bemerkt hat dieser Syrah auch in Europa bei verschiedensten Wettbewerben mächtig abgeräumt.

 

Meine Bewertung des Preis-/Genussverhältnisses:

Glen Carlou, Syrah, Südafrika

Weinbewertung 4,5 von 5 Sternen  
(4,5 von 5 Sternen)

Die Eckdaten des “Glen Carlou Syrah“
von Glen Carlou Vineyards:

Herkunft:  Südafrika – Paarl
Rebsorte:  96 % Syrah / 3 % Mourvèdre / 1 % Viognier
Jahrgang:  2004
Alkoholgehalt: 14 %
Trinktemperatur: 16 bis 18 °  C
Passt zu: Wildgerichte, Braten, Hartkäse 

Einkaufsquelle: Pro Idee Weinkeller (www.proidee.de) – ist aber aktuell nicht erhältlich

Preis: 18,90 Euro

Aktionsangebot für 12,25 Euro für Jahrgang 2006 (Stand 13.01.12) bei
http://www.shiraz-und-co.de/Glen-Carlou-Syrah-2006.html

 

Hier noch eine Bitte: Schreiben Sie mir doch bitte einen Kommentar zu diesem Artikel und ob Sie Interesse an mehr solcher Wein-Kurzchecks haben. Wenn ja, möchten Sie lieber, dass ich Weine vom Discounter oder aus dem Fachhandel für Sie teste?

Eine Antwort auf Glen Carlou Syrah, Südafrika im Kurz-Check

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  • Gisbert Rehmet sagt:

    Habe Ihren Artikel von 2012 gelesen und kann nur zustimmen. Der Wein war eine Granate!. Gestern hatte ich einen 2018 er geöffnet, was für ein Unterschied! Richtig schlechter Wein,vor allem für das Geld, das man dafür hinlegt.
    Was meinen Sie?
    Gruß
    G.Rehmet

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