Sessantanni, Primitivo di Manduria, Feudi di San Marzano im Kurz-Check

Nachdem wir in der letzten Woche einen sehr feinen Einstiegswein, einen Primitivo Puglia von Feudi di San Marzano im Glas hatten, folgt heute ein Bericht über das Flaggschiff der Cantina – der Sessantanni.

Dieser Wein ist ein Monument der Rebsorte Primitivo – soviel vorweg. Allein die Flasche kommt so monumental daher, dass sie einem sehr leicht aus der Hand rutschen kann, wenn man sie versucht lässig mit drei Fingern hoch zu heben.
Ich kann mich nicht erinnern, schon mal eine solch schwere Flasche in der Hand gehabt zu haben. Während eine handelsübliche Flasche Wein cirka 1,35 Kilogramm wiegt, bringt dieser Primitivo fast zwei Kilo auf die Waage.

Diese Kleinigkeit im Produktdesign ist ein fast schon schlüssiges Detail  im Gesamtkunstwerk, das die Macher von Feudi die San Marzano hier geschaffen haben.

Was ist zusammenfassend über den Geschmack zu sagen? Ich würde es mal so formulieren: Dieser Primitivo ist eine Bombe – keine (reine) Fruchtbombe, sondern eher eine Gewürzkanone. Der Sessantanni schmeckt wie in dunkle Schokolade oder Lebkuchen getunkt und lässt sich auch hervorragend zu genau solchen Lebensmitteln genießen.
Sehr gut kann ich mir den Wein auch zu einer Käseplatte vorstellen.

Säure und Tannine spielen hier nur die Hintergrundmusik in dieser komplexen Sinfonie für die Sinne – ein sehr, sehr weicher Weingenuss.

Wenn man den Wein trinkt, könnte man annehmen, dass er ziemlich lange im Fass verbracht hat. Weit gefehlt. E r ist lediglich ein halbes Jahr in fränzösischen Eichenfässern gereift. Längeren Holzeinsatz braucht es auch gar nicht.
Ich denke, dieser Primitivo hat so viel Klasse, dass es es gar nicht nötig hat, sich länger in irgendwelchen Fässern herum zu treiben. Zu viel des Holzaromas würde seinem Charakter nur schaden.

Der Name des Weins „Sessantanni“ rührt übrigens daher, dass die Traubenspender für diesen Wein 60jährige Rebstöcke sind – für Reben schon ein stolzes Alter.

Klar, das ist kein Wein, den man sich jeden Tag zum Abendessen einschenkt. Aber dieser Primitivo von Feudi di San Marzano ist es wert, für einen besonderen Anlass mal knapp 20 Euro locker zu machen – glauben Sie mir.


Meine Bewertung des Preis-/Genussverhältnisses:

Weinbewertung 5 Weingeniesser-Sterne
(5 von 5 Weingeniesser-Sternen)

 

Die Eckdaten des Primitivo di Manduria, Feudi di San Marzano

 Sessantanni, Primitivo di Manduria, Feudi di San Marzano
  Herkunft:  Italien – Apulien
  Rebsorte:  100 % Primitivo
  Jahrgang:  2008
  Alkoholgehalt: 14,5 %
  Trinktemperatur: 18 bis 20 °  C

  Einkaufsquelle: CleverWein (www.cleverwein.de)
 
  Preis: 19,90 Euro
 
  (Achtung aktuelles Aktionsangebot für 18,90 Euro – 25.01.12) 

 

 

 

 

 

Hier noch eine Bitte: Schreiben Sie mir doch bitte einen Kommentar zu diesem Artikel und ob Sie Interesse an mehr solcher Wein-Kurzchecks haben. Wenn ja, möchten Sie lieber, dass ich Weine vom Discounter oder aus dem Fachhandel für Sie teste?

 


5 Antworten auf Sessantanni, Primitivo di Manduria, Feudi di San Marzano im Kurz-Check

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  • Müller sagt:

    Ich kann dem nur voll und ganz zustimmen. Spitzenqualität zu einem adäquaten Preis. Ich hatte den 2007er im Glas, voll sauerkirschig (mag ich) und absolut nicht alkoholisch obgleich seiner 14,5 Umdrehungen.

  • Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.

    Auf diesen Wein kam ich zufällig, als ein Weinhaus in meienr Nähe eine
    Herbstverkostung durchführte.

    Ohne mir vorher die Beschriebung durchzulesen,was ich generell nicht vorher mache,
    war ich hin und weg. Es war zum einen die wahnsinnige Weichheit und den nicht endenen
    Nachhall. Denn beim Abklingen findet noch ein Aromenfeuerwerk statt. Unglaublich.

    Bitte keine Discounterweine verkosten und kommentieren. Wer so was kauft, braucht keinen Weinguide !

    • M. Seelbach sagt:

      Zunächst einmal vielen Dank für den Kommentar zum Sessantanni … und zu Ihrer Meinung zu den Discounterweinen.

      Ich denke allerdings…

      1. …es ist ein altes Vorurteil, dass es beim Discounter nur Schrott gibt und

      2. …gerade hier ist es wichtig, einen „Weinguide“ zu haben, weil es beim Discounter
      natürlich schwieriger ist, kleine Weinperlen zu entdecken. Das steht ja außer Frage.

      Aber jedem seine Meinung. War übrigens eben auf Ihrer Webseite. Die Idee, mit der Spezialseite für Rheinhessen-Weine finde ich sehr gut. Allerdings funktionierte bei mir der Aufruf der Unterseiten nicht. In jedem Fall wünsche ich viel Erfolg damit.

  • Martin sagt:

    Habe gerade aus dem selben Haus einen 2010er Primitivo getrunken, der nennt sich „SUD“. Kennt den jemand? Lt. meinem Händler hat der gar kein Eichnfas gesehen, was ich bevorzuge. Ich bin komplett geflasht von der Eleganz und Klasse dieses Weines. Kommt in die Nähe eine Pomerols, den ich mal in Frankreich getrunken habe.

  • M. Seelbach sagt:

    Hallo Martin,

    ich kenne auch noch nicht alle Weine der Kellerei Feudi di San Marzano, den „SUD“ aber schon. Der ist in der Tat auch ein Klasse-Primitivo mit einem tollen Preis-/Genußverhältnis – wie alles, was ich bisher aus diesem Hause im Glas hatte.
    In diesem Fall ist es tatsächlich so: Der Name Feudi di San Marzano bürgt für Qualität.

    Dennoch kann ich Dir nur empfehlen, auch mal Primitivo oder Negroamaro anderer süditalienischer Produzenten zu probieren.
    Wenn Du diese Stilistik magst, wirst Du noch so manche tolle Entdeckung machen – und zwar für vergleichsweise kleines Geld.

    Schönen Gruß – Michael

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